Tätigkeit

Mit Respekt vor der Vergangenheit
und mit Blick in die Zukunft

Seit 1991 arbeitet der VDL gezielt in sechs Grundrichtungen — Generationen und Ideen verbindend, Dialog und Verständnis fördernd, Brücken bauend und die Gesellschaft zusammenschweißend.

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Sprache

Obwohl die Arbeit der deutschen Minderheitenvereine hauptsächlich auf Lettisch erfolgt, ist das Lernen der deutschen Sprache eines der zentralen Tätigkeitsfelder der Vereine. Derzeit gibt es in den Vereinen noch eine Generation, für die die deutsche Sprache mit der Kindheit verbunden ist — sie war zumindest teilweise die Kommunikationssprache mit Eltern oder Großeltern, in den Familien wurden deutsche Lieder gesungen und deutsche Traditionen gepflegt. Für diese Generation ist die deutsche Sprache die Verbindung zur Vergangenheit, für die jüngere Generation — die Möglichkeit zur Horizonterweiterung und Bereicherung.

Seit einigen Jahren bietet der VDL die Möglichkeit, am deutschen Online-SprachCafé teilzunehmen, in dem die Teilnehmer verschiedener Sprachniveaus unter Leitung einer erfahrenen Lehrkraft Deutsch üben und aktuelle Themen diskutieren können. Mit Unterstützung des Goethe-Instituts Riga werden nach Möglichkeit Deutschkurse für Kinder und Erwachsene in den Vereinen durchgeführt.

VDL lädt ein · SprachCafé

Was
Der deutsche Online-Diskussionsklub — für verschiedene Niveaus, geleitet von erfahrenen Lehrkräften.
Wann
Zweimal pro Woche
Anmeldung
sprachcafe-deutsch.mozello.lv
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Musik

Die deutsche und die lettische Kultur sind ohne Musik und Lieder nicht vorstellbar. Bereits 1836 veranstaltete „die Rigaer Liedertafel“ Konzerte der Chöre aus Riga, Liepāja, Valmiera, Jelgava, Pērnava, Tērbata und Rēvele im Vērmanes-Garten. Genau in dieser Tradition deutscher Chöre lassen sich die Anfänge der lettischen Liederfeste verfolgen. Während das Liederfest in Lettland zu einem wichtigen, verbindenden und kraftvollen Symbol der Selbstvergewisserung geworden ist, ist diese Tradition in Deutschland verschwunden, jedoch war und ist das gemeinsame Musizieren immer noch ein wichtiger Bestandteil der deutschen Kulturvereine in Lettland.

Derzeit sind die Gesangsensembles dreier Vereine aktiv: das Ensemble „Morgenrot“ des Deutschen Kulturvereins Riga, das Ensemble „Windau“ des Deutschen Kulturvereins Ventspils und das Ensemble „Die Lustigen“ des Deutschen Kulturvereins Dobele, die bei vielen von den Vereinen durchgeführten Veranstaltungen auftreten und am Allgemeinen Liederfest teilnehmen.

Die deutschen Minderheitenvereine der baltischen Staaten veranstalten seit 1994 die Gesangsfeste der deutschen Vereine der baltischen Staaten, an denen Ensembles aus dem gesamten Baltikum teilnehmen und so die im 19. Jahrhundert begonnene Tradition des gemeinsamen Gesangs lebendig halten.

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Jugend

Jugendliche sind eine der Prioritäten des VDL. Einerseits ist die Arbeit mit Jugendlichen zweifellos äußerst wichtig für die zukünftige Existenz der Vereine, und der VDL betrachtet sie in einem breiteren Kontext — nur durch die Einbindung junger Menschen in die deutsche Kultur und Geschichte auf dem Gebiet Lettlands ist es möglich, der jüngeren Generation der deutschen Minderheit jenen Teil ihrer Identität zurückzugeben, der aufgrund der schwierigen Geschichte unbewusst geblieben ist. Andererseits möchten der VDL und die Vereine jedem Jugendlichen, unabhängig von seiner ethnischen Zugehörigkeit, eine breitere Sicht auf Lettland als Treffpunkt verschiedener Kulturen bieten — als reiches, gegenseitig vorteilhaftes und vor allem kreatives Umfeld, wie es immer war und immer noch ist.

Der VDL führt regelmäßig verschiedene Veranstaltungen, Projekte und Jugendcamps durch. Für alle Interessierten steht der Podcast Jugendraum Lettland zur Verfügung, der von Jugendlichen der deutschen Minderheit in Lettland produziert wird. Zweimal pro Woche sind Jugendliche, unabhängig von Alter und Standort, herzlich eingeladen, am Online-Diskussionsklub SprachCafé teilzunehmen.

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Geschichte

Die Geschichte der Deutschen in Lettland ist nicht nur lang und schwierig, sondern auch von Mythen und Vorurteilen umwoben. Zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen politischen Situationen spiegelte sie sich auf unterschiedliche Weise wider. Ziel des VDL ist es, die Erforschung der deutschen Geschichte in Lettland durch Dialog, Diskussion und Meinungsaustausch zu fördern.

Offiziell endete die Geschichte der deutschen Minderheit in Lettland mit dem Zweiten Weltkrieg, doch das ist nur ein Teil einer wesentlich komplizierteren Geschichte. Bedeutend ist jener Teil der deutschstämmigen Einwohner, die sich aus verschiedenen Gründen entschlossen, auf dem Gebiet Lettlands zu bleiben, dorthin zurückzukehren oder aus anderen Gebieten der Sowjetunion einzuwandern. Diese Menschen und ihre Nachkommen sind diejenigen, die sich zu Beginn der neunziger Jahre aktiv in den deutschen Minderheitenvereinen zusammenschlossen. Ihre Schicksale sind wenig erforscht, jedoch nicht weniger wichtig, da sie ein besseres Verständnis sowohl der komplizierten geschichtlichen Ereignisse des 20. Jahrhunderts als auch der heutigen Entwicklungstendenzen der Gesellschaft ermöglichen.

Um diese Fragen zu aktualisieren, veranstaltete der VDL 2022 das Symposium „Identität, Herausforderungen, Perspektiven“. Der VDL hat auch zwei Bücher herausgegeben, die der Erforschung und Popularisierung des deutschen Kultur- und Geschichtserbes in Lettland gewidmet sind — „Die deutsche Kultur in Lettland. Einblick in die Geschichte der Regionen und der deutschen Vereine“ (2009) und „Deutsche Architekten in Lettland“ (2013). Jährlich werden mehrere Projekte zur vertieften Erforschung verschiedener historischer Aspekte durchgeführt.

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Kultur und Traditionen

Die Bewahrung und Pflege der deutschen Kultur und Traditionen sind Grundpfeiler der deutschen Minderheitenvereine — in den Vereinen werden gemeinsam Feiertage gefeiert, Lieder gesungen und Traditionen gepflegt. Die Vereine nehmen sich auch aktiv an verschiedenen Veranstaltungen teil — Stadtfesten, Tagen der Minderheiten, wo sie die deutsche Kultur vertreten und die breite Öffentlichkeit mit deutscher traditioneller Musik, Trachten und Sprache bekannt machen.

Seit 2022 veranstaltet der VDL gemeinsam mit allen sieben deutschen Kulturvereinen einwöchige Deutsche Tage in Lettland, bei denen Veranstaltungen zur deutschen Kultur und Sprache in ganz Lettland durchgeführt werden. Zur Tradition geworden sind das Oktoberfest in Ventspils und die Konzertreihe „Wir sind vereint durch deutschen Gesang“ („Uns einigt Deutsches Lied“), die seit über zehn Jahren vom Deutschen Kulturverein Ventspils veranstaltet wird.

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Bürgerkompetenz

Wie die Strategie des VDL festhält, ist ihr Grundwert eine demokratische, verantwortungsvolle, offene und integrierte Gesellschaft, in der sich jeder, unabhängig von seiner ethnischen Herkunft, zugehörig und akzeptiert fühlt. Eine demokratische und Bürgergesellschaft ist der einzige Weg, die Beteiligung aller ihrer Mitglieder an der Staatsbildung und an den Verwaltungsprozessen sicherzustellen und ein gegenseitig vorteilhaftes und tolerantes Umfeld zu fördern.

Seit den Anfängen ihrer Existenz initiiert der VDL aktiv Projekte und Prozesse, die die Entwicklung einer Bürgergesellschaft fördern. Das bedeutendste davon — der Inkubator für demokratische Kompetenzen (2020–2023), finanziert von Island, Liechtenstein und Norwegen durch das EEAGrants-Programm „Active Citizens Fund“.

Der VDL engagiert sich aktiv in der Vertretung der Interessen der Minderheiten auf verschiedenen politischen Ebenen — im Beirat der NGO-Vertreter der Minderheiten des Kulturministeriums Lettlands, im Überwachungsrat der Grundlinien für eine geeinte und bürgerschaftlich aktive Gesellschaft des Kulturministeriums sowie im Beirat der Stadt Riga für Fragen der gesellschaftlichen Integration. Von 2015 bis 2019 war der VDL auch im Beirat für Minderheitenfragen des Staatspräsidenten vertreten.

Im Programm „Zusammenarbeit der Minderheiten- und lettischen Jugend“ des Gesellschaftsquellenfonds wurden die Projekte „Tautu izziņa caur folkloru“ (2018), „Kurzemnieku Kas? Kur? Kad?“ (2019), „Kas? Kur? Kad? Tēvzemē“ (2020) und „Vai Kurzemes katls bija „par traukiem“?“ (2021) durchgeführt. 2018 unterzeichnete der VDL das Kooperationsmemorandum zwischen den NGOs und dem Ministekabinett.